Ev. Kirche Ladbergen

 

 

 

Die Evangelische Kirche in Ladbergen wurde 1854 — 1856

mit finanzieller Unterstützung des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV errichtet, der dem 1848 von kgl. Bauinspektor C. L. Kawerau aus Münster entworfenen Bauplan 1852 nach seinen Wünschen durch den Geheimen Oberbaurat August Stüler, Berlin, ändern ließ. Nach Stülers Entwurf arbeitete Kawerau die 1853 genehmigten Baupläne aus.

 

Die Kirche ist in Werkstein aus Brochterbecker Material erbaut und bis auf den 1892 anstelle eines einfachen Glockenträgers errichteten größeren Glockenturm über die Fassade im Wesentlichen noch unverändert. Der strenge, fast schmucklose Außenbau mit seinen Treppengiebeln und dem eingezogenen 5/8 Chor zwischen niedrigen flankierenden Sakristeien entspricht ebenso wie der hohe weiträumige Innenraum des Emporensaals mit den außerordentlich schlanken Eichenholzstützen und dem stumpfwinklig gebrochenen offenen Dachstuhl über dem Mittelraum vollkommen den von der altchristlichen Basilika bestimmten Baugedanken des preußischen Königs und der von ihm beeinflussten Berliner Schule. Ganz ähnliche Kirchenbauarten des sog. Rundbogenstils finden sich bis in die Details unter den 1852 von der Berliner Oberbau-deputation herausgegebenen „Entwürfen zu Kirchen-, Pfarr- und Schulhäusern“, deren Autoren die Architekten A. Stüler, August Soller und Carl Ferdinand Busse sind.

 

Die Kirche von Ladbergen ist im Münsterland als evangelische Dorfkirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Größe und künstlerischer Bedeutung ohne Parallele. Entsprechende Bauten finden sich hierzulande sonst nur noch im östlichen und südlichen Westfalen. Aus all diesen Gründen handelt es sich um ein erhaltenswertes Baudenkmal im Sinne der Denkmalpflege, das nicht verändert werden sollte.

 

Ausstattung

 

Auch die schlichte zeitgenössische Ausstattung ist noch weitgehend vorhanden. Dazu gehören

der Altartisch,


 

 

 

die Kanzel mit Treppe und Schalldeckel,

 

Emporenbrüstung und Kirchenbänke, alles aus Holz, von einheimischen, namentlich bekannten Handwerkern ausgeführt, die Entwürfe vermutlich mit den Bauplänen zusammen konzipiert.

 

 

 

 

Etwas jünger, von 1898, der originelle hölzerne

Taufständer mit einer großen aus Indonesien

stammenden Muschel als Taufschale.

 

 

In die Erbauungszeit gehören auch die beiden Kronleuchter, 1858 von dem Osnabrücker Gelb-gießer Heinecke angefertigt, während der kleinere im Chor noch aus der Vorgängerkirche stammt.

 

 

 

Die Orgel enthält in der Vorderansicht noch Teile der alten Orgel von 1812. Eine neue Orgel wurde von der Firma Alfred Führer, Wilhelmshaven gebaut und zwar am 15. Dezember 1974.

 

 

 

Farbfassung des Innenraumes

 

Die vorletzte Ausmalung erfolgte 1955 durch Kirchenmaler Bußmann, Levern. Ein großer Teil des Verputzes musste abgeschlagen werden, so dass wahrscheinlich nicht damit zu rechnen ist, dass bei einer späteren Instandsetzung außer dem Holzwerk noch Reste der ursprünglichen Farbgebung gefunden werden.

 

 

Die letzte Ausmalung erfolgte nach den Anordnungen des Amtes für

Denkmalpflege im Jahre 1986 durch Firma Vietmeier, Ladbergen.

 

 

Fenster

 

Die Fenster wurden 1944 zerstört und 1948 durch eine neue Verglasung ersetzt.

 

 

„Denn der Tod ist der Sünde Sold.“

 

Weihnachten

 

„Die Strafe liegt auf ihm, auf das wir Frieden hätten“

 

Karfreitag

 

„Tut Buße und glaubet an das Evangelium.“

 

 

„Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird.“

 

Ostern

 

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“

 

Pfingsten

 

„Aber die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christo, unserm Herrn.“